Bergere

Bergere, der große Schäferinnenhut mit der charakteristischen, extrem flachen Krone, wie ihn einst Scarlett O’Hara in dem Film „Vom Winde verweht“ trug.

 

 

Bergere (frz. Schäferin)

 

Die Bergere, ist ein tief gekrönter, breitkrempiger Damenhut aus dem 18. Jahrhundert. Sie wird auch manchmal als Milchmädchen-Hut bezeichnet. Durch die Schäferspiele (höfische Theaterspiele, die von dem idyllischen Landleben der Schäfer handelte) brachte England diese Kopfbedeckung ca. 1730 in Mode.

Das Wort „Bergére“ bedeutet in der französischen Sprache „Schäferin“, sehr wahrscheinlich ist der Name von den gleichnamigen Spielen abgeleitet worden. Eine weitere Theorie verweist auf das Porträt von Madame Bergeret, die in ihrer rechten Hand einen solchen Hut hält. Diese Annahme ist aber eher unwahrscheinlich wenn man bedenkt das der Künstler Francois Boucher dieses Bild ca. 1766 gemalt hat. Also fast 40 Jahre nach dem ersten Debüt des Hutes.

Nicht nur bei den englischen und französischen Damen war der Strohhut bis zum späten 18. Jahrhundert ein beliebtes Kleidungsstück. Die verschiedensten Designs und Trageweisen machten die Bergere so populär das sie weltweit Anerkennung fand. Anfang des 19. Jahrhunderts kam der breitkrempige Strohhut in der florentinischen Form wieder in Mode.

 

 

Aussehen

 

 

Bergere

 

Für die Herstellung dieser kostbaren Hüte benutzte man Anfangs Leghorn-Stroh, eine sehr feine und widerstandsfähige Strohart aus der Toskana. Später verwendete man auch billigere Stroharten aus anderen Ländern wie z. B. China.

Die typische Bergere hat eine breite Krempe die nach hinten hochgeklappt und an den Seiten nach unten gebogen ist. Der Hutkopf ist rund und hat eine so geringe Höhe, dass man den Hut eigentlich nicht aufsetzt sondern eher auflegt. Um dem Hut mehr Halt zu geben benutzte man entweder Haarnadeln die am Schopf befestigt wurden, oder man nahm ein breites Band welches sowohl über als auch unter dem Hut angebracht sein konnte und band es unter dem Kinn zu einer Schleife zusammen. Oft blieben die breiten Bänder, die es z. B. in rot, schwarz, blau oder grün gab die einzige Verzierung für den Hut.

Bei anderen Modellvarianten war die Krempe schmaler und nur seitlich nach unten oder nur nach oben gebogen, manchmal war sie auch gerade. Manche trugen unter der Kopfbedeckung noch eine zusätzliche Haube.

Der Damenwelt waren keine Grenzen gesetzt was die Beischmückung betraf. Die Hutkrempe bot genug Platz zum dekorieren. Beliebt waren unter anderem Verzierungen mit Blumen, Borten, Federn oder Seidenstoffen.

 

 

Verwendung

 

Heutzutage findet man die Bergere noch bei traditionellen Kostümfesten.

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