Cowboyhut

Wer an einen Cowboyhut denkt, verbindet unweigerlich einen Namen damit, STETSON. Ein Name, der als Synonym für alle Cowboyhüte bzw. Westernhüte steht. 

 

 

Der Cowboyhut

 

Der erste Entwurf von John Batterson Stetson im Jahre 1865 hatte noch wenig Ähnlichkeit mit den Cowboyhüten wie wir sie aus vielen Western-Filmen kennen. Der Urtyp aller Cowboyhüte, der Boss of the Plains, wie er ihn stolz nannte, hatte einen hohen, runden Hutkopf mit einer faltenfreien Krone. Die breite Krempe war rundherum, gerade und steif. Der Hut sollte den Witterungsbedingungen unbedingt standhalten und hauptsächlich wasserdicht sein.

Eine Geschichte erzählt z. B. von einem Cowboy, der mitten in der weiten, staubigen Prärie, ein Leck in seinem Wasserbehälter entdeckte. Er fing das wertvolle Trinkwasser mit seinem Stetson auf und konnte seinen Ritt unbeschadet fortsetzen.

Erst zum Ende des 19. Jahrhunderts modifizierte sich der Hutstil nach und nach durch den täglichen Gebrauch seiner Hutbesitzer. In machen Regionen Nordamerikas wurde die Krempe z. B. nach oben gerollt wie bei den Texanern. Man konnte die Herkunft des Hutträgers, bevor er überhaupt etwas sagen konnte, schon allein an seiner Hutform erkennen.

Anfang des 20. Jahrhunderts tauchte zum ersten mal der Name Ten Gallon Hat auf. Es gibt verschiedene Theorien darüber wie dieser Beiname entstanden sein soll, denn jedem war klar das dieser Hut zwar groß ist aber trotzdem konnte er nicht knapp 40 Liter fassen. Man vermutete also das die texanischen Cowboys, die Worte galán oder galón aus der spanischen Sprache, einfach falsch interpretiert und überliefert haben.

  • Galán bedeutet soviel wie schick, fein oder galant, demnach für die Mexikaner ein galanter Hut.
  • Galón bedeutet Zopf, für diesen Hut benötigt man 10 Zöpfe um ein schmales, geflochtenes Hutband zu fertigen wie es bei den mexikanischen Hüten verwendet wird.

Berühmte Hutträger waren Buffalo Bill, Calamity Jane, John Wayne und viele mehr…es gibt etliche unterschiedliche Cowboyhüte und Ausführungen, aber ein Name steht für alle…Stetson.

 

Aussehen früherer Hutformen:

 

Cowboyhut

Der Urtyp aller Cowboyhüte – Boss of the Plains

Dafür bestimmt, seinem Hutträger ein Sonnen- und Regenschirm zu sein, dicht genug um ein Wasserbehälter für Reiter und Pferd zu sein. Auf einem älteren Werbeplakat von Stetson ist ein Reiter abgebildet der sein Pferd aus diesem Hut tränkt.

Der berühmteste aller Cowboyhüte wird noch heute von Stetson produziert.  

Der seinerzeit bekannteste Western-Stummfilm-Star „Tom Mix“ war ein leidenschaftlicher Träger dieser hohen Hüte. Er bevorzugte die Montana-Falte und machte diesen Hutstil so populär weshalb man diesen Hut auch Tom-Mix-Hut nennt.

Cowboyhut-Carlsbad

Carlsbad-Falte

Eine erste Variante die sich aus Stetson’s Hutform entwickelte und populär wurde war die sogenannte Carlsbad-Falte (benannt nach einer Stadt in New Mexiko). Die Falte zieht sich von hinten, längs über die Krone und fällt nach vorne hin stark ab. Der Faltenstil der mexikanischen Sombreros diente als Vorlage.

 

Weitere Hutformen:

 

Montana-Falte-Cowboyhut

Montana-Falte, Montana-Slope oder auch Tom-Mix-Hut

Entstanden ist diese Form auf einer Ranch in Montana und wurde von den dort arbeitenden Cowboys übernommen. Dieser Hut ähnelt sehr der Carlsbad-Falte. Die beiden Hüte unterscheiden sich durch die vorderen seitlichen Einbuchtungen (bei der Carlsbad-Falte sind keine vorhanden) und die nicht ganz so tief, nach vorne verlaufende Längsfalte, die bei der Carlsbad-Falte stärker ausgeprägt ist. Die Ursprungsform ist der Boss of the Plains. Der seinerzeit bekannteste Western-Stummfilm-Star „Tom Mix“ war ein leidenschaftlicher Träger dieser hohen Hüte, er machte diesen Hutstil so populär weshalb man ihn auch Tom-Mix-Hut nennt.

 

Cowboyhut-Mountain Peak

Montana-Peak, Montana-Spitzhut oder Campaign (engl.)

Ein anderer Hutstil der sich zeitgleich im Norden der USA verbreitete. Der Hutkopf hat vier faustgroße Dellen, 2 vorne und 2 hinten, jeweils links und rechts. Entstanden sind die Einbuchtungen durch das sogenannte 4-Finger-System beim Ab- bzw. Aufsetzen des Hutes.

Bei den kanadischen Mounties, Park-Rangern oder den Pfadfindern sieht man diese Hutform auch heute noch. Der mexikanische Sombrero galt auch hier als Vorlage.

 

Die bekanntesten:

 

Der Beliebteste (engl. Pinched Front, zusammengedrückte Front)

Diese Hutform hat eine breite Krempe, die seitlich leicht nach oben gebogen ist. Durch das eingebundene Drahtgeflecht kann je nach belieben des Trägers die Hutkrempe in seine Form zurecht gebogen werden. Die Hutkrone hat eine tropfenförmige Einbuchtung. Vorne am Hutkopf sind zwei seitliche Einbuchtungen (Kniffe) zum besseren Auf- und Absetzen des Hutes. Der Kinnriemen ist verstellbar und kann u. a. aus Leder oder Baumwolle sein.

Cowboyhüte können aus vielen Materialien bestehen wie z. B. Filz, Leder, Stroh oder Kunstfaser um nur einige zu nennen. Es gibt so viele Farbvarianten, weiterhin zählt jedoch nach wie vor der hellbeige oder der schwarze Hut zu den beliebtesten. Wird sehr gerne von Frauen getragen, diese Hutform soll das Gesicht der Damen schlanker erscheinen lassen.

 

Cowboy- und Westernhut

Der Typische (Cattleman)

Wenn einer als typischer Cowboyhut bezeichnet werden kann dann ist es der Cattleman mit seinem hohen Kopf. Unverkennbar an seiner steifen, weit nach oben gebogenen Krempe, die stets ihre Form behält und schwer biegsam ist.

Ein weiteres charakteristisches Merkmal ist die mittig verlaufende Delle auf der Hutkrone und den seitlich verlaufenden Einbuchtungen am Hutkopf.

Das Hutband ist aus Leder oder aus Ripsband und soll den Hut in seiner Form behalten. Ripsband ist ein senkrecht, geripptes Gewebe, meistens aus Baumwolle, Seide oder Viskose.

Dieser edle Cowboyhut wird u. a. aus hochwertigen Tierhaaren gefertigt weshalb man ihn häufig zu offiziellen Anlässen trägt. 

 

Verwendung

Ob beim Countryfestival, Rodeo oder Bullenreiten, ein Western-Event ohne Cowboyhut ist unvorstellbar. Weltweit findet er seine Abnehmer und Fans.

Zur Karneval- oder Faschingszeit ist er ein beliebtes Bekleidungsstück bei den Kindern sowie auch bei den Erwachsenen.

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