Dreispitz

Man hat den Dreispitz oft mit Napoleon Bonaparte in Verbindung gebracht, was sich aber im Nachhinein als ein Irrtum herausstellte, denn der französische Kaiser trug das Folgemodell, einen Zweispitz.

 

Der Dreispitz

 

Der Dreispitz oder auch Dreimaster genannt, war ein Herrenhut des späten 17. Jahrhunderts bis Ende des 18. Jahrhunderts. Vermutlich diente der Schlapphut, ein breitkrempiger, runder Hut aus weichem Filz, den die schwedischen Soldaten Mitte des 17. Jahrhunderts trugen, als Vorlage für den Dreispitz.

Der Dreispitz war ein beliebtes Bekleidungsstück für die oberen Schichten, wie zum Beispiel bei den militärischen Befehlshabern oder des Adels. Erst Anfang des 18. Jahrhunderts wurde es ein Hut für jedermann. In der Damenwelt fand er nur bei den Reiterinnen und bei dem venezianischen Maskenkostüm (Bauta) seine Verwendung.

Als die Allonge-Perücke in Mode kam, wurde er als Chapeau-bras (Arm-Hut) unter dem linken Arm getragen, man wollte dadurch die verlängerte, gelockte Haarpracht schonen. Zur Zeit des Zopfes und der kürzeren Perücken wurde der Dreispitz wieder auf dem Kopf getragen.

Ein berühmter Hutträger war George Washington, der erste Präsident der USA. Bei der amerikanischen Revolution war der Dreispitz auch ein typisches Merkmal der Minutemen (Minuten-Männer – so genannt – weil sie in wenigen Minuten eine Miliz zusammenstellen konnten).

Um 1780 herum gewann der Zweispitz bei den Landstreitkräften aber mehr an Bedeutung, da er durch seine zwei Spitzen nicht mehr so hinderlich beim tragen der Musketen war. Bei den bürgerlichen Leuten hingegen war es der Zylinder der den Dreispitz ablöste.

 

 

Aussehen

 

Dreispitz - Preußischer Offizier

Preußischer Offizier mit einem Dreispitz

Der aus Filz oder Halbfilz bestehende Dreispitz hatte ein rundes Kopfteil mit einer breiten, steifen Krempe die rundherum, insgesamt dreimal nach oben umgeschlagen und an der Hutkrone befestigt wurde.

Am Anfang war die hintere Krempe höher als die seitlichen Krempen. Erst Mitte des 18. Jahrhunderts waren alle drei Seiten gleich hoch ohne aber den Hutkopf zu überragen.

Für das Militär, welches ständig den Witterungsbedingungen ausgesetzt war, bat dieser Hut mehr Schutz bei Nässe als der Schlapphut, dessen weiche Krempe sofort nachgab.

Einige verzierten den Hut mit verschieden farbigen Borten oder Kokarden (Abzeichen). Diese dienten zum Ausdruck der Verbundenheit zum Beispiel für ein Land oder für eine Politik. Andere wiederum nahmen große oder kleine Federn, meistens in weiß, als Hutschmuck.

 

 

 

Verwendung

In der heutigen Zeit findet man den Dreimaster zur Komplettierung der Uniform bei einigen Bediensteten an den europäischen Königshäusern. In einigen Regionen ist er ein Bestandteil der traditionellen Tracht.

Des Weiteren findet man den Hut auch bei Mitgliedern einer Karnevalsgarde wie z. B. bei den Tanzmariechen oder als Ergänzung zu einem Piratenkostüm.

 

 

 

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