Zylinder

Zu seiner Entstehungszeit verpönt, galt der Zylinder (hoher Hut) lange Jahre bei den Edelmännern als unelegant.

 

 

Der Zylinder

 

Hohe Hüte gab es freilich bereits im Mittelalter. Dort in den verschiedensten Formen getragen, wurden diese Hüte meist aus Wollfilz hergestellt. Es geht aus der Geschichte nicht eindeutig hervor, ob dies bereits der erste Vorläufer des heutigen Zylinders war. Erste Hinweise auf seine Entstehung gehen bis ins Jahr 1780 nach England zurück. Aus Biberhaar gefertigt und annähernd in zylindrischer Form gewann der Zylinder nach und nach an Ansehen, und es wurde dem unteren Stand untersagt diesen zu tragen. Die damals üblichen Kopfbedeckungen, Dreispitz sowie der Zweispitz, wurden durch ihn abgelöst.

Als der Hut seinen Weg nach Frankreich fand, avancierte er zum Symbol für die Demokratie und wurde von den Aufrührern der französischen Revolution als Zeichen der Freiheit mit Stolz getragen. Aber noch während der Revolte verlor er wieder an Popularität.

Erst um 1820 herum als eine praktikablere Variante des Zylinders, der Chapeau Claque (Klappzylinder), entstand, der die Fähigkeit hatte sich „klein zu machen“, gewann er wieder an Beliebtheit und wurde zum bürgerlichen Hut. Hieraus entstanden die berufstypischen Kopfbedeckungen wie z. B. für den Schornsteinfeger, den Kutscher, den Bestatter und natürlich den Zauberer u. v. m.

Auch in den USA wurde der Hut recht populär. Die Ausführung dort hatte eher senkrechte Seiten, was ihm den Namen „Ofenrohrhut“ einbrachte. Ein berühmter Träger war der amerikanische Präsident „Abraham Lincoln“, weswegen er auch heute noch manchmal Lincoln-Hut genannt wird. Abraham Lincoln trug auch gern die spätere Fassung des Zylinders – den Halbzylinder. Dieser ist, wie der Name schon sagt, in etwa halb so hoch und wird ebenfalls vorrangig aus Filz hergestellt.

 

 

Aussehen

 

Zylinder

Zylinder

Der Zylinder ist ein sehr hoher, starrer Hut. Die Krempe ist sehr fest und nur leicht gebogen. Der Kopf ist zylindrisch. Ursprünglich wurde er in den Farben hellgrau oder hellbeige gefertigt. Obwohl der heutige klassische Zylinder meist schwarz ist, gibt es ihn mittlerweile in vielen Farbvarianten. Von Grau über Tannengrün bis hin zu Bordeauxrot, verliert er in keiner Farbe seine Eleganz. Der Hut wird u. a. aus Filz, Seide oder Wolle hergestellt. Ein meist rotes Hutband verleiht dem Zylinder den „letzten Schliff“.

 

 

Verwendung

 

In Verbindung mit einem Frack, meistens in schwarz, ist der Zylinder ein absolutes Highlight. Egal ob bei Kostümfesten, Theater oder Film. Beim Dressurreiten oder bei Schützenvereinen und Hochzeiten.

Der Zylinder ist nach wie vor ein Klassiker unter den Hüten, der an seiner Eleganz nichts verloren hat.

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